Die neue Website ist schöner, schneller, moderner. Und drei Wochen später ist der Verkehr eingebrochen. Das ist kein seltener Fall, sondern der Regelfall bei Relaunches ohne Vorbereitung.
Warum das passiert
Suchmaschinen haben über Jahre gelernt, unter welcher Adresse welcher Inhalt liegt. Ändert ein neues System die Adressen – aus /leistungen/dachsanierung.html wird /was-wir-tun/dach –, dann führt jeder bestehende Verweis ins Leere.
Betroffen sind nicht nur Suchmaschinen: Auch Lesezeichen, Verlinkungen von anderen Seiten und Verweise in alten Angeboten laufen auf eine Fehlerseite.
Die Bestandsaufnahme
Vor dem Umstieg: Welche Adressen existieren, und welche davon werden tatsächlich aufgerufen? Die Liste entsteht aus der bestehenden Sitemap, der Serverstatistik und den Daten der Search Console.
Ohne diese Liste ist ein Weiterleitungskonzept Raten. Mit ihr ist es Arbeit, aber überschaubare.
Das Weiterleitungskonzept
Jede alte Adresse bekommt ein Ziel – eine dauerhafte Weiterleitung auf die inhaltlich passende neue Seite. Nicht pauschal auf die Startseite: Solche Weiterleitungen werden häufig wie Fehlerseiten behandelt, und Besucher, die eine bestimmte Leistung suchen, landen im Nichts.
Wo es keine Entsprechung gibt, ist eine Fehlerseite die ehrlichere Lösung als eine falsche Weiterleitung. Dann aber eine gut gemachte, die weiterhilft.
Die Testumgebung
Während der Entwicklung gehört die Testumgebung für Suchmaschinen gesperrt – sonst konkurriert sie mit der echten Website.
Der Fehler passiert beim Umschalten: Die Sperre wird mitgenommen. Die neue Website steht live und sagt allen Suchmaschinen, sie sollen wegbleiben. Das fällt oft erst nach Wochen auf, wenn niemand die Zahlen kontrolliert.
Deshalb: Am Umstiegstag als erstes prüfen, ob die Sperre gelöst ist.
Danach
Einige Wochen beobachten: Fehlerseiten in der Search Console, Zahl der indexierten Seiten, Verkehrsentwicklung. Schwankungen sind normal. Ein anhaltender Einbruch ist ein Signal, kein Schicksal – meist steckt eine übersehene Adressgruppe dahinter.
Und: Vereinbaren Sie vorher, wer sich diese Zahlen ansieht. Nach der Rechnungsstellung fühlt sich sonst niemand zuständig.